free gardening - freies Gärtnern auf Brachen

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Vorschlag Nr. 609 von moforever am 05.11.2011 - 22:37 Uhr

Kategorie: Sparen (andere Themen)

free gardening - freies Gärtnern auf Brachen

Kategorie: Sparen (andere Themen)
Stadtbezirk: Gesamt Köln
Sparvorschlag

Brachen sind zwar manchmal charmant, werden aber häufig nur zugemüllt...
Wenn sie frei bepflanzt werden dürften, hätten viele Mrnschen Spaß daran.
Die Stadt würde sparen, das Stadtbild wäre interessanter oder sogar schöner

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Beratungs- und Entscheidungsergebnisse (Rechenschaft)

Stellungnahme Verwaltung:
Die Verwaltung lehnt die Umsetzung des Vorschlages ab, weil es bereits Möglichkeiten gibt, wie sich interessierte Bürger an der Pflege des Grüns oder anderweitig gärtnerisch auf städtischen Flächen betätigen können.
Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen musste die Arbeitseinsätze aufgrund des drastisch reduzierten Personalbestands in der Grünunterhaltung auf ein Mindestmaß verringern, deshalb begrüßt es die Verwaltung sehr, wenn sich Anwohner persönlich um ein gepflegtes Erscheinungsbild von Baumscheiben oder kleinerer Grünflächen in ihrem Wohnumfeld kümmern.
Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen vergibt Baumpatenschaften für die ehrenamtliche Pflege von Baumscheiben sowie Grünflächenpatenschaften für die Betreuung von Pflanzbeeten und Grünflächen. Als Dank erhalten die Paten eine Patenschaftsurkunde. Die Übernahme einer Patenschaft ist vollkommen unverbindlich und kann jederzeit beendet werden. Bürger, Vereine und Firmen können sich direkt an den örtlich zuständigen Gärtnermeister wenden oder schriftlich dem Amt für Landschaftspflege und Grünflächen mitteilen, wie, wo und welche Fläche sie gerne betreuen möchten.
Mit der Patenschaftsurkunde wird ein Merkblatt über die Aufgaben von Baum- bzw. Grünflächen-Paten versandt, in denen Vorgaben zur Gestaltung und Pflege enthalten sind. Dementsprechend sind unter anderem die Bepflanzungen der Baumbeete oder Grünflächen zuvor immer erst mit dem zuständigen Gärtnermeister abzuklären.
Vorraussetzung für die Vergabe einer Patenschaft ist, dass die Fläche nicht nur einmalig umgestaltet sondern längerfristig betreut wird, sowie für die Öffentlichkeit erhalten bleibt und nicht für private Zwecke genutzt wird. Die Verwaltung begrüßt jeden, der sich um die dauerhafte Verschönerung seiner Umgebung kümmern möchte.
Eine Reihe von Brachen im Geltungsbereich des Landschaftsplanes der Stadt Koeln sind als Geschützte Landschaftsbestandteile gem. § 23 LG NW ausgewiesen. Hier haben sich auf ungenutzten Restflächen und durch Aufgabe von Nutzungen wertvolle Biotope entwickelt. Sie sind Lebensraum geschützter Pflanzen- und Tierarten und übernehmen vielfältige ökologische Funktionen. Eine gärtnerische Nutzung ist aufgrund der Schutzvorschriften des Landschaftsplanes verboten.
Das Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster stellt die in ihrer Verwaltung befindlichen städtischen Grundstücke allen Interessenten als sogenanntes "Grabeland" zur Verfügung, wenn sie nicht bereits anderweitig genutzt werden oder andere Gründe dem entgegenstehen. Die gärtnerische Nutzung als "Grabeland" kann solange erfolgen, bis das Grundstück für einen anderen Zweck benötigt wird. Das jährliche Nutzungsentgelt beträgt 0,10 EUR/m² oder mindestens 25 EUR, zur Deckung der Verwaltungskosten. Die Nutzung etc. bedarf einer vertraglichen Regelung. Derzeit bestehen mehr als 900 Verträge über "Grabeland", das zeigt, dass dies von den Bürgern gut angenommen wird.

Die Verwaltung befürwortet die Umsetzung des Vorschlags daher nicht.

Stellungnahme der Bezirksvertretungen:

Innenstadt
Abweichend vom Beschlussvorschlag der Verwaltung wird folgender Beschluss gefasst:
Die Bezirksvertretung Innenstadt bittet den Rat, die nachstehenden Protokollnotizen zur Kenntnis zu nehmen:
Siehe zu Thema „Kinder/Jugend“ Rang 11, 20.
Siehe zu Thema „Kultur“ Rang 12 und 14, 15 und 22, 17.
Siehe zu Thema „Wirtschaftsförderung“ Rang 3, 11, 18, 20, 25.
Siehe zu Thema „Sparen (zum Gesamthaushalt)“ Rang 12, 17, 19, 21, 23, 24.

Darüber hinaus nimmt sie sowohl die Bürgervorschläge als auch das jeweilige Votum der Verwaltung zur Kenntnis.

Rodenkirchen
Die Bezirksvertretung Rodenkirchen folgt dem Votum der Verwaltung und empfiehlt dem Rat die Umsetzung der durch die Verwaltung positiv beschiedenen Vorschläge.

Lindenthal
Die Bezirksvertretung fasst folgenden geänderten Beschluss:
Die Bezirksvertretung Lindenthal stimmt den Vorschlägen der Bürger zu und empfiehlt dem Rat die Umsetzung der Vorschläge. Gleichzeitig bittet die Bezirksvertretung den Rat, even-tuell bereits gefasste gegensätzliche Einzelbeschlüsse in diesem Sinne zu überdenken.

Ehrenfeld
Die Bezirksvertretung Ehrenfeld folgt dem Votum der Verwaltung und empfiehlt dem Rat die Umsetzung der durch die Verwaltung positiv beschiedenen Vorschläge.

Nippes
Die Bezirksvertretung Nippes folgt dem Votum der Verwaltung und empfiehlt dem Rat die Umsetzung der durch die Verwaltung positiv beschiedenen Vorschläge.

Chorweiler
Die Bezirksvertretung Chorweiler folgt dem Votum der Verwaltung und empfiehlt dem Rat die Umsetzung der durch die Verwaltung positiv beschiedenen Vorschläge.

Porz
Geänderter Beschluss:
Die Bezirksvertretung Porz folgt dem Votum der Verwaltung und empfiehlt dem Rat die Umsetzung der durch die Verwaltung positiv beschiedenen Vorschläge.

Kalk
Die Bezirksvertretung Kalk folgt dem Votum der Verwaltung und empfiehlt dem Rat die Umsetzung der durch die Verwaltung positiv beschiedenen Vorschläge.

Mülheim
Geänderter Beschluss:
Die Bezirksvertretung Mülheim folgt dem Votum der Verwaltung und empfiehlt dem Rat die Umsetzung der durch die Verwaltung positiv beschiedenen Vorschläge.

Votum des Fachausschusses:

Ausschuss für Umwelt und Grün
Der Ausschuss für Umwelt und Grün verweist die Vorlage in die Haushaltsplanberatungen.

Kommentar Nr. 1

Re: free gardening - freies Gärtnern auf Brachen

1

Auch Brachen sind für dei Natur sehr wichtig. Hier leben Kleintiere (Schmetterlinge, Käfer u. a..m. die auf einer beackerten Fläche keinen Lebensraum mehr haben. Auch wildwuchs kann schön sein. Die Flächen dürfen nur nicht vermüllen. Für den Müll sind die Bürger verantwortlich.

Kommentar Nr. 2

Re: free gardening - freies Gärtnern auf Brachen

2

Dass die Natur durch Urbanes Gärtnern nicht verdrängt sondern sogar geschützt wird kann man noch bis Ende November in Kalk bei der "Pflanzstelle" anschauen. http://pflanzstelle.tk/

Die anderen Brachen in Kalk an der Dillenburgerstr wurden vom Liegenschaftsamt komplett gerodet, da so Investoren angbelich schneller kaufen.

Bei der Pflanzstelle wuchert hingegen die Spontanvegetation und gibt Unterschlupf und Futter für alle möglichen Lebewesen. Kultur und Natur müssen sich nicht unbedingt unvereinbar gegenüber stehen. Gärten müssen nicht unbedingt "unkrautfreie" Monokulturen sein sondern können sogar die Biodiversität erhöhen.

Niklas Wagner
www.wagnern.de

Kommentar Nr. 3

Re: free gardening - freies Gärtnern auf Brachen

3

vielen Dank Niklas für den anregenden Kommentar.
War mir besonders lieb, da ich mit "meinem" Kleingärtnerverein immer wieder aneinandergeraten bin
wegen meiner Haltung pro Beikraut und pro ungeordneter Wuchsformen.
Zum Glück hat beim Grünflächenamt Köln wohl ein Prozess des Umdenkens eingesetzt.

Kommentar Nr. 4

Re: free gardening - freies Gärtnern auf Brachen

4

Sehr interessant, ich schreibe gerade meine Magisterarbeit zum Thema Ordnung im Garten, können wir uns mal dazu unterhalten?

Gruß

Niklas
niklas(at)wagnern.de

Kommentar Nr. 5

Re: free gardening - freies Gärtnern auf Brachen

5

Ob in Berlin oder München, London oder New York: Überall entwickeln sich neue Formen urbaner Landwirtschaft - Interkulturelle Gärten, Community Gardens, City Farms, Nachbarschaftsgärten, Kinderbauernhöfe oder auch Guerilla Gardening. Das Gärtnern schafft einen Rahmen für städtische Naturerfahrung, für Selbermachen, für Begegnung und Gemeinschaft und ermöglicht auch weitergehendes Engagement für den Stadtteil. Brachen werden entmüllt und bepflanzt, praktische Lernorte für Kinder entstehen, und neue Impulse für Kulturen der Teilhabe bereichern das Zusammenleben in der Urbanitas. Stadtteile gewinnen durch das zivilgesellschaftliche Engagement an Lebensqualität und auch vormals marginalisierte Bevölkerungsschichten erhalten die Chance, sich mit ihren Kenntnissen und Fähigkeiten in den pluralen Lebensraum Stadt einzubringen.

Die ökologische Bedeutung des Anbaus von Local Food und der Sensibilisierung für nahräumliche Lebensqualitäten liegt auf der Hand. Zugleich aber gehen postfossile Handlungsstrategien weit über eine verbesserte Klimabilanz hinaus: Auch im sozialen Sinne setzen sie neue Impulse, verflüssigen Grenzen und inspirieren einen neuen gesellschaftlichen Umgang mit der Natur.

Urbane Landwirtschaft ist ein wichtiges Handlungsfeld, um Beiträge für eine ökologisch und sozial verträgliche Ökonomie und Gesellschaft zu leisten. Deshalb vernetzt, fördert und erforscht die Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis die vielfältigen Formen des gemeinschaftlichen Gärtnerns und andere Praxen des Selbermachens. Sie bringt innovative Akteure zusammen und kooperiert mit ihnen wie beispielsweise mit der Internet-Plattform urbanacker, mit prinzessinnengarten, mundraub, Allmende_Kontor oder agropolis.

Quelle: http://www.anstiftung-ertomis.de/opencms/opencms/urbane_landw/

Kommentar Nr. 7

Re: free gardening - freies Gärtnern auf Brachen

7

Viiiielen Dank!
Ich freue mich über die vielen Leute, die Interesse für meinen Vorschlag zeigen.
Beim letzten Bürgerhaushalt bin ich mit ähnlichem Antrag ziemlich abgeschmettert worden

Kommentar Nr. 6

Re: free gardening - freies Gärtnern auf Brachen

6

unzählige menschen weltweit
haben damit begonnen
solche brachen zu bewirtschaften..
es ist äusserst wichtig
das solche orte in städten entstehen
wo die sinnlosigkeit und naturentfremdung zunimmt..
und der mensch immer automatisierter wird
und immer mehr unter stress steht
den anforderungen einer wirtschaft zu genügen
die uns an den rand eines globalen selbstmord führt..

urbanes gärtnern auf brachen
lässt den menschen wieder aufatmen in städten
die vollgestopft sind mit autos und konsumtempeln..

eine gewissenhafte stadtverwaltung
kann solche bemühungen nicht ignorieren
und weiter profit orientiert
in die eigenen taschen wirtschaften
weil das zu nichts führt
als zu mehr gewalt und entfremdung...

was wir brauchen ist
befriedigende kommunikation
an orten
wo man wieder mensch sein kann
ganzheitliches arbeiten
weniger verkehr
weniger konsum
und mehr
lebensqualität..
welche in den einfachen dingen des lebens liegt..
und nicht im gierigen abwirtschaften der erde..

von daher hat dieser vorschlag priorität
und sollte einer besonders sorgfältigen prüfung unterliegen..

herzliche grüsse
heidemarie

Kommentar Nr. 8

Re: free gardening - freies Gärtnern auf Brachen

8

Urban Gardening schafft bürgernahes Leben durch bürgerschaftliches Engagement. Auf Brachen können mobile Gärten und Biotope entstehen. Nicht nur in Berlin oder München wird dieses Engagement unterstützt. Köln muss es endlich schaffen hier seinen Beitrag zu leisten. Gemeinschaftsgärten und interkulturelle Gärten müssen flächendeckend in Köln möglich sein. Hier muss nicht nur von der Stadt, sondern auch von den Wohnungsbaugesellschaften mehr Bereitschaft gezeigt werden. Gerade in den Bereichen, wo Interkulturalität gefragt und gewollt ist, "besetzen" die Schrebergärtner mit ihren eingefahrenen Vorstellungen Flächen, die immer noch mit Pflanzenschutzmitteln wie "Alles weg" verseucht werden. Das muss entlich veerboten werden. Urban Gardening hat es nicht nötig Gift zu spritzen.

Kommentar Nr. 9

Re: free gardening - freies Gärtnern auf Brachen

9

deshalb meine einladung

aktiv zu werden
eine keimzelle zu bilden
für die anfänge
an einem ort
für den ich schon über 8 jahre aktiv bin
mitten in KÖLN

mit 1200qm aussengelände
wo in der 1700 qm fabrikhalle auch künstler tätig sind..
wo eine ehemalige biobackstube als vegetarische tafel dienen kann
und diverse werkstätten für holzarbeit fahrradwerkstatt und kunsthandwerk möglich sind

wie dies auch in münchen praktiziert wird
http://www.anstiftung-ertomis.de/opencms/opencms/offene_werkstaetten/

was wir brauchen sind menschen die mitmachen wollen !!