Kein Abriss des AZ Köln - Alternative Kultur erhalten

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Vorschlag Nr. 580 von Ein Herz für Kalk am 05.11.2011 - 00:15 Uhr

Kategorie: Kultur

Kein Abriss des AZ Köln - Alternative Kultur erhalten

Kategorie: Kultur
Stadtbezirk: Kalk
Sparvorschlag

Die Stadt reisst die ehemalige KHD-Kantine in der Wiersbergstr. 44 in Köln-Kalk nicht ab und übernimmt den Nutzungsvertrag mit dem Autonomen Zentrum, dass dort - ohne auch nur einen Cent Steuergeld - einen Veranstaltungsort für Kunst, Kultur und parteiunabhängige Politik betreibt. Das spart mindestens mehrere Hunderttausend Euro für den Abriss und einen erneuten Polizeieinsatz um die Mieter_innen mit Gewalt aus dem Haus zu vertreiben.

Nebenbei wird somit ein Ort erhalten, den mittlerweile mehrere tausend Menschen in Köln und darüber hinaus nutzen, der insbesondere unkommerzielle Kulturangebote für Menschen mit wenig oder ohne Geld bietet und in dem allein bis heute bereits über tausend Veranstaltungen stattgefunden haben.

Hintergrund:

Die regierende SPD in Köln treibt derzeit den Abriss der ehemaligen Kantine der Klöckner-Humboldt-Deutz Werke in der Wiersbergstraße voran. Das Gebäude, dass nach jahrelangem Leerstand zwischenzeitlich besetzt wurde, wird als Autonomes Zentrum für Kunst, Kultur und Politik völlig legal mit einem Nutzungsvertrag genutzt. Die Stadt Köln ist durch eine Auflage der EU-Kommission gezwungen, das gesamte Gelände, sowie viele andere Immobilien der Sparkasse KölnBonn aufzukaufen. Dabei könnte sie ohne weiteres auch den Vertrag mit dem AZ übernehmen.

Doch die SPD forciert derzeit einen Abriss. Die vorgeschobenen Pläne für einen Grünstreifen, stehen einem Erhalt der Kantine dabei nicht im Wege, wie bereits ein Entwurf der Stadtverwaltung für den Bebauungsplan des Gesamtgeländes beweist, welcher in einer Variante den Erhalt der Kantine integriert in den Grünstreifen vorsieht.

Doch über diese Variante will die SPD im Einklang mit der CDU und Pro Köln gar nicht nachdenken und diese auch einer Bürgerversammlung im Dezember gar nicht mehr zur Diskussion stellen, so dass diese Bürgerbeteiligung zur bloßen Farce wird.

So soll einmal mehr ein Gebäude teuer abgerissen werden, das den Bedürfnissen von vielen Menschen in Köln Raum gibt. Dies erinnert beispielsweise an den sog. Barmer Block dessen Abriss Köln den "teuersten Parkplatz der Welt" bescherte. Alleine die Kosten für den Abriss betrugen damals 3 Millionen Euro.

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Beratungs- und Entscheidungsergebnisse (Rechenschaft)

Stellungnahme Verwaltung:
Vor dem Hintergrund der derzeit laufenden Verhandlungen mit der Sparkasse können seitens der Verwaltung keine Aussagen zur weiteren Nutzung des Gebäudes gemacht werden.

Stellungnahme der Bezirksvertretungen:

Kalk
Die Bezirksvertretung Kalk empfiehlt dem Rat, diesen Vorschlag nicht umzusetzen und verweist auf das laufende Bebauungsplanverfahren mit dem Arbeitstitel „Wiersbergstraße in Köln-Kalk“, das folgende Festsetzungen zum Ziel hat: "Fläche für den Gemeinbedarf - Zweckbestimmung Schule", "Öffentliche Grünfläche - Zweckbestimmung Parkanlage", "Öffentliche Verkehrsflächen", „Flächen für gewerbliche und industrielle Nutzungen" sowie „Fläche für die Jugendarbeit“.
Die Bezirksvertretung Kalk hält einen Abriss des Gebäudes der ehemaligen KHD-Werkskantine weiterhin für zwingend erforderlich, damit die Grünversorgung im Stadtteil Kalk und die städtebauliche Situation qualitativ verbessert werden kann.

Votum des Fachausschusses:

Ausschuss Kunst und Kultur
Die Angelegenheit wird in der nächsten Sitzung als Schwerpunkt behandelt.

Kommentar Nr. 47

Re: Kein Abriss des AZ Köln - Alternative Kultur erhalten

47

Die LanxessArena gehört nicht der Stadt Köl. Eventuelle Defizite trägt daher auch nicht die Kommune.

Kommentar Nr. 50

Re: Kein Abriss des AZ Köln - Alternative Kultur erhalten

50

Guten Tag,

rein rechtlich sind die Besetzter natürlich im Unrecht.
Den jahrelangen Leerstand von nutzbaren Gebäuden zu tolerieren, zu erlauben ist bis zu einem gewissen Punkt akzeptabel (aus der Sicht "Selbstbestimmung der Besitzer").
Falls der Besitzer sich jedoch in irgendeiner Verantwortung gegenüber seinem Viertel, Stadt, Land sieht, ist es unlogisch und unsozial die Möglichkeit zu blockieren, Kultur günstig zu realisieren und/oder zu konsumieren.
Gerade in Zeiten klammer Kassen, sollten die Komunen dankbar sein für (fast) jede Art kultureller Unterstützung.
Meines Wissens war und ist das AZ keine Wohnbesetzung sondern war von Anfang an als Kulturort geplant. Die Türe war nie für Gäste/Fremde verschlossen (ausser für Uniformierte, was der Situation geschuldet ist).
Gerade nun, wo die Stadt Träger des Geländes wird, ist es fraglich, inwiefern einem Abriss logische/pragmatische Überlegungen (dem Gemeinwohl zugewandt) zugrunde liegen, oder es sich vielmehr um eine Reaktion aus einer diffusen Abwehrreaktion gegenüber aufmüpferischer Jugend handelt, verbunden mit einem Schuß Angst vor linkem Aufruhr.

Kommentar Nr. 3

Re: Kein Abriss des AZ Köln - Alternative Kultur erhalten

3

Nicht alles was in Gesetzbüchern steht ist richtig und blindes hinterher laufen ist noch falscher. Besetzungen sind legetim und richtig. Ich finde gut das es dass AZ gibt und ich hoffe es werden mehr Häuser in Köln besetzt.

Kommentar Nr. 4

Re: Kein Abriss des AZ Köln - Alternative Kultur erhalten

4

Besetzungen sind weder legitim noch richtig. Mit welchem Recht meinen Sie, können Sie Häuser besetzen?
Zudem gab es auch von Anwohnern Beschwerden. Unter anderem wohl auch wegen des äußeren Erscheinungsbildes.

Kommentar Nr. 24

Re: Kein Abriss des AZ Köln - Alternative Kultur erhalten

24

"Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."
Dem Grundgesetz entnommen. Inwiefern diehnt ein leeres Haus der Allgemeinheit?

Kommentar Nr. 26

Re: Kein Abriss des AZ Köln - Alternative Kultur erhalten

26

Nach dem Abriss soll ja ggf. eine Grünanlage entstehen. Die dient sehr wohl der Allgemeinheit. Das Grundgesetz verbietet ja nicht den Abriss von Gebäuden - wäre ja auch kontraproduktiv.

Kommentar Nr. 33

Re: Kein Abriss des AZ Köln - Alternative Kultur erhalten

33

Ach und eine Grünfläche soll der Allgemeinheit also besser dienen als ein Kulturzentrum für jede Menschengruppe oder was?

Kommentar Nr. 39

Re: Kein Abriss des AZ Köln - Alternative Kultur erhalten

39

entschuldigung, wegen meinem äußeren erscheinungsbild bekomm´ ich auch ständig beschwerden. meinen sie, dass mich das interessiert? wir sind glücklicherweise nicht mehr in der seitenscheitel-zeit...

die nutzerInnen des AZ´s übrigens interessiert es sehr wohl. ich habe bereits disskussionen dieser art verfolgt. eine umsetzung scheiterte bisher wohl an den kosten. (vielleicht auch in kombination mit dem nicht auszuschliessenden abriss)

und "unter anderem" passieren in kalk schon immer unschöne dinge in den strassen.

Kommentar Nr. 45

Re: Kein Abriss des AZ Köln - Alternative Kultur erhalten

45

Ihr äußeres Erscheinungsbild hat aber keinen direkt Einfluss auf den Wert des Eigentums Dritter. Wenn das äußere Erscheinungsbild Grund zur Klage gibt, fallen kurzfristig die Werte der umliegenden Gebäude. Mittelfristig sinken dann auch die Mieteinnahmen, weil Mieter aufgrund der Umgebung nicht mehr bereit sind soviel Miete zu zahlen wie bisher. Es entsteht also ein volkswirtschaftlicher Schaden.
Übrigens: Nur weil irgendwo unschöne Dinge passieren, gibt mir dies nicht das Recht dazu, auch unschöne Dinge zu veranstalten.

Kommentar Nr. 5

Re: Kein Abriss des AZ Köln - Alternative Kultur erhalten

5

Mich bestürzen die Androhungen seitens der Stadt, das Autonome Zentrum abzureißen sehr,
die Stadtverwaltung hatte doch bereits vorher eine Legitimation ausgesprochen.
Ich finde es zudem bestürzend wie manche Menschen voller Vorurteile diesen fantastischen Ort diskreditieren, der einfach einzigartig und echt ist, der aus der Freude und dem Willen am miteinander Leben
und sich gegenseitig respektieren entstanden ist und auch dafür steht.
Wer noch nicht dort war kann es doch garnicht beurteilen, manchmal sollten die Menschen einfach mal ihre Scheuklappen ablegen. Sich auf der Seite derer zu befinden die mit Pro Köln auf der Straße hetzerische und verleumderische Rassistenpropaganda verbreiten sollte sich nicht richtig anfühlen.
Erschreckend wenn es offenbar auch Teile von SPD und CDU sind die mit leeren Worten und unlauteren Mitteln ihr Wort brechen. Unerträglich das auf diese Art mit den Möglichkeiten unserer Kinder und Jugendlichen umgegangen wird, was soll diese Stadt mit mehr Parkplätzen? Was bringt den Kindern eine imaginäre Grünfläche?