Laubbläser auf öffentlichen Grundstücken einschränken

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Vorschlag Nr. 515 von FriedhelmT am 02.11.2011 - 22:56 Uhr

Kategorie: Sparen (andere Themen)

Laubbläser auf öffentlichen Grundstücken einschränken

Kategorie: Sparen (andere Themen)
Stadtbezirk: Gesamt Köln
Sparvorschlag

Die Benutzung von Laubbläsern durch Personal von bzw. auf Grundstücken von städtischen Einrichtungen sollte stark eingeschränkt, wenn nicht ganz untersagt werden. Mir hat sich der Zweck dieser lärmenden Männerspielzeuge noch nicht erschlossen. Ich halte es für sinnvoller, Laub ganz einfach zu fegen oder zu kehren. Das ist sicherlich effektiver als den Dreck erst lautstark durch die Luft zu schleudern und anschließend wieder zusammen zu klauben. Die Ausgaben für Geräte, Energie und vor allem den Lärm kann man sich sparen.

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Beratungs- und Entscheidungsergebnisse (Rechenschaft)

Stellungnahme Verwaltung:
Die Reinigungsblasgeräte und Laubsauger sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Gesamtreinigungskonzeptes der AWB. Unstrittig ist dabei der Einsatz der Blasgeräte und Sauger in der Zeit des Laubfalls. Denn nur so ist eine angemessen schnelle Beseitigung der über 6000 cbm betragenden Laubmengen möglich, um die Verkehrssicherheit zu garantieren.

Der Bürger ist es gewohnt, dass die Arbeit eines Straßenkehrers im Zusammenkehren und der anschließenden manuellen Beseitigung des Abfalls mit Hilfe eines Kehrbleches in einen Sack oder eine Tonne besteht. Diese Tätigkeit ist nicht nur sehr zeit- und personalaufwendig und somit teuer, sie entspricht auch nicht den möglichen und gewünschten Reinigungsstufen. Die AWB haben in den letzten Jahren ein integriertes maschinell unterstütztes Reinigungssystem umgesetzt. Das auf dem Einsatz von Klein bzw. Kleinstkehrmaschinen und sogenannten „Beikehrer“ basiert, die manuell mit einer Kleinkehrmaschine als Team zusammen arbeiten.

Diese Reinigungsweise wird vom Bürger oft falsch interpretiert im Sinne von: “Die blasen ja nur Dreck rum und verteilen ihn woanders“. Dies ist aber nicht der Fall. Qualitätskontrollen haben gezeigt, dass diese Reinigungsart ein wesentlich verbessertes Reinigungsbild ergibt und die Kosten vermindert.

Auch das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen kann in der Grünpflege nicht auf den Einsatz von Laubblasgeräten verzichten. Nicht nur die private Wirtschaft ist gezwungen, Personalkosten durch den verstärkten Einsatz von Arbeitszeit ersparenden Maschinen und Geräten zu reduzieren. Ebenso ist im städtischen Bereich die maschinenunterstützte Reinigung aufgrund knapper Personalressourcen unerlässlich, da ansonsten das umfangreiche Flächenkontingent nicht zu bewältigen wäre.

Der Einsatz dieser Geräte wird auch in Zukunft unverzichtbar sein. Ein Blick auf die Arbeitsleistung im Vergleich macht das deutlich. So beträgt die Säuberungsleistung bei Einsatz eines handgeführten Laubblasgerätes 3000 m² pro Stunde; demgegenüber kann eine Arbeitskraft manuell mit Laubrechen lediglich 350 m² in der Stunde reinigen.
Unter dem seit Jahren herrschenden Druck zur Haushaltskonsolidierung und dem damit verbundenen massiven Personalabbau seit Anfang der 90er Jahre mussten verstärkt maschinelle Alternativen zum Fortfall manueller Tätigkeiten eingesetzt werden. Zu diesen Alternativen zählten, anfänglich außerordentlich lärmintensive, auf dem Rücken tragbare und handgeführte Laubblasgeräte. Laubsauggeräte werden beim Amt für Landschaftspflege und Grünflächen nicht verwendet.
Die Mitarbeiter des Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen setzen Laubblasgeräte nur sehr kurzzeitig für wenige Stunden im Herbst/ Winter nach dem Laubfall und im Sommer jeweils nach erfolgter Rasenmahd zur Säuberung der öffentlichen Wege vom Rasenschnitt ein. Wege werden im Allgemeinen in weniger als einer halben Stunde freigemacht. Die Gehwege sind anschließend vom Rasenschnitt befreit; es besteht keine Rutschgefahr mehr.

Es gibt keine realistischen Alternativen zu Laubblasgeräten, um ein Mindestmaß an Pflege und Verkehrssicherung zu gewährleisten. Laub und Grünschnitt ausschließlich manuell mit Besen und Harken zu beseitigen, hätte zur Folge, dass eine hohe Anzahl zusätzlicher Arbeitskräfte einzustellen wären und erhebliche zusätzliche Personalkosten entstehen würden. Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen ist selbstverständlich bemüht, den Einsatz dieser Geräte so gering wie möglich zu halten.

Die Verwaltung lehnt die Umsetzung des Vorschlages ab, weil sich durch eine starke Einschränkung oder Abschaffung von Laubblasgeräten keine Einsparung von Kosten ergibt, eher die Kosten noch erhöht werden. Außerdem gibt es keine Alternative zum Einsatz von Laubblasgeräten, durch die die Laubbeseitigung schnell, effektiv mit dem vorhandenen Personal durchgeführt werden könnte.

Stellungnahme der Bezirksvertretungen:

Innenstadt
Abweichend vom Beschlussvorschlag der Verwaltung wird folgender Beschluss gefasst:
Die Bezirksvertretung Innenstadt bittet den Rat, die nachstehenden Protokollnotizen zur Kenntnis zu nehmen.
Darüber hinaus nimmt sie sowohl die Bürgervorschläge als auch das jeweilige Votum der Verwaltung zur Kenntnis.

Frau Dr. Reimers kann die Stellungnahme der Verwaltung nicht nachvollziehen, da das Thema seit Jahren sowohl im Beschwerdeausschuss als auch im Verkehrsausschuss und in der Bezirksvertretung besprochen wird und die Verwaltung immer zugesichert hat , dass keine neuen Geräte mehr beschafft werden. Sie erwartet, dass die Verwaltung bei dieser Aussage bleibt und tatsächlich keine neuen Geräte mehr beschafft werden.

Rodenkirchen
Die Bezirksvertretung Rodenkirchen folgt dem Votum der Verwaltung und empfiehlt dem Rat die Umsetzung der durch die Verwaltung positiv beschiedenen Vorschläge.

Lindenthal
Die Bezirksvertretung fasst folgenden geänderten Beschluss:
Die Bezirksvertretung Lindenthal stimmt den Vorschlägen der Bürger zu und empfiehlt dem Rat die Umsetzung der Vorschläge. Gleichzeitig bittet die Bezirksvertretung den Rat, even-tuell bereits gefasste gegensätzliche Einzelbeschlüsse in diesem Sinne zu überdenken.

Ehrenfeld
Die Bezirksvertretung Ehrenfeld folgt dem Votum der Verwaltung und empfiehlt dem Rat die Umsetzung der durch die Verwaltung positiv beschiedenen Vorschläge.

Nippes
Die Bezirksvertretung Nippes folgt dem Votum der Verwaltung und empfiehlt dem Rat die Umsetzung der durch die Verwaltung positiv beschiedenen Vorschläge.

Chorweiler
Die Bezirksvertretung Chorweiler folgt dem Votum der Verwaltung und empfiehlt dem Rat die Umsetzung der durch die Verwaltung positiv beschiedenen Vorschläge.

Porz
Geänderter Beschluss:
Die Bezirksvertretung Porz folgt dem Votum der Verwaltung und empfiehlt dem Rat die Umsetzung der durch die Verwaltung positiv beschiedenen Vorschläge.

Kalk
Die Bezirksvertretung Kalk folgt dem Votum der Verwaltung und empfiehlt dem Rat die Umsetzung der durch die Verwaltung positiv beschiedenen Vorschläge.

Mülheim
Geänderter Beschluss:
Die Bezirksvertretung Mülheim folgt dem Votum der Verwaltung und empfiehlt dem Rat die Umsetzung der durch die Verwaltung positiv beschiedenen Vorschläge.

Votum des Fachausschusses:

Ausschuss für Umwelt und Grün
Der Ausschuss für Umwelt und Grün verweist die Vorlage in die Haushaltsplanberatungen.

Kommentar Nr. 1

Re: Laubbläser auf öffentlichen Grundstücken einschränken

1

Dieses Thema regt mich schon relativ lange auf, da sich auch mir der Sinn dieses Gerätes einfach nicht erschließen will. Das Argument, damit ginge es schneller, eine Fläche von Laub zu befreien, halte ich für abwegig, weil das mühselig zusammengeblasene Laub sofort vom Winde wieder verweht wird. Außer Lärm, Abgasen und Kosten produziert das Gerät für den Anwender eigentlich nichts.
Weit sinnvoller und effektiver scheint mir hier die konservative Methode.

Kommentar Nr. 2

Re: Laubbläser auf öffentlichen Grundstücken einschränken

2

Es gibt vielleicht Untergründe oder Beschaffenheiten, die den Einsatz dieses Gerätes sinnvoll machen, z.B, wenn der Boden stark uneben ist oder z.B. wo rund um die Uhr Autos dem Rechen im Weg stehen. Bis auf diese Ausnahmen jedoch finde ich müssen diese Geräte nicht eingesetzt werden....

Kommentar Nr. 3

Re: Laubbläser auf öffentlichen Grundstücken einschränken

3

Es gibt nichts nervtötenderes und unnötigeres als Laubbläser, die morgens um halb acht vor dem Schlafzimmerfenster Blätter und Staub in die Luft blasen.
Die meisten Geräte sind nicht schallgedämmt, das gilt auch für Motor-Heckenscheren und Rasenmäher. In Wohngebieten sollten nur noch schallgedämmte Geräte erlaubt werden. Ausserdem muss nicht jeden Tag der Boden von Blättern befreit werden, das ist Energieverschwendung.

Kommentar Nr. 4

Re: Laubbläser auf öffentlichen Grundstücken einschränken

4

aber was nützt es wenn die AWB wieder zu Besen und Rechen greift, die Nachbarn rundum aber weiterhin hinter jedem Blatt einzeln herröhren?