B-640
Vorschlag B-640 von christian nehls, 27. Januar - 22:24

Globale Verantwortung übernehmen!

Globale Verantwortung übernehmen!

Mit Ratsbeschluss vom 18.12.2008 hat der Rat der Stadt Köln das Aktionsprogramm der Stadt Köln zur Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele beschlossen. Darin heißt es: „Köln profitiert als europäische Metropole von der Globalisierung. Es liegt im wohlverstandenen Eigeninteresse der Stadt Köln, wenn sie als deren Nutznießerin selbst globale Verantwortung übernimmt“.

Schon zuvor, am 08.11.2007, hat der Rat der Stadt Köln, angeregt vom zivilgesellschaftlichen Bündnis Köln Global, die so genannte Millenniums-Erklärung beschlossen. In der Erklärung heißt es, dass der Rat der Stadt Köln die von den Vereinten Nationen im Jahre 2000 verabschiedeten Millenniumsentwicklungsziele (Millennium Development Goals, kurz MDGs) für eine bessere, gerechtere Welt begrüße und die Notwendigkeit des kommunalen Engagements in der UN-Millenniumkampagne anerkenne.

Das Aktionsprogramm der Stadt Köln zur Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele stellt fest: „Indem sie [die Kommunen] sich für die Entwicklungsziele einsetzen, investieren sie in einer immer interdependenter werdenden Welt in ihre eigene Zukunft“. Mit dem Beschluss des Aktionsprogramms, so heißt es weiter, bekundet die Stadt Köln „ihren politischen Willen und ihre Entschlossenheit, durch konkrete Aktionsprogramme, Maßnahmen, Förderungen und Vernetzungen an der Verwirklichung der UN-Millenniumsentwicklungsziele mitzuwirken, für Globalisierungsprozesse zu sensibilisieren sowie das vielfältige und reichhaltige bürgerschaftliche Engagement der entwicklungspolitischen Akteure zu würdigen“.

Seit 2009 wurden, als Folge dieser politischen Willensbekundung, u.a. jährlich Haushaltsmittel für entwicklungspolitische Bildungsarbeit freigegeben. Gefördert wurden unterschiedlichste Projekte (Ausstellungen, Veranstaltungen, Tagungen, Filmreihen, Kampagnen etc.), die entlang diverser Themenfelder (Menschenrechte, Umwelt, fairer Handel, Bildung, Gesundheit etc.) die Kölner Bevölkerung auf die Millenniumsentwicklungsziele aufmerksam gemacht und für Globalisierungsprozesse sensibilisiert haben.

Die Gelder für entwicklungspolitische Bildungsarbeit, die so genannten MDG-Mittel, kommen im Kölner Haushaltsplanentwurf 2013/2014 nicht mehr vor.

Ebenso ist nach Durchsicht des Haushaltsplanentwurfes zu befürchten, dass das städtische Netzwerk "Eine-Welt Stadt Köln" in Zukunft über kein Budget mehr verfügt. Das Netzwerk wurde am 05.05.2011 mit prominenter Unterstützung gegründet, um eine Plattform des Dialogs und Erfahrungsaustausches für die vielen engagierten Vereine, Religionsgemeinschaften, Organisationen, Institutionen und Unternehmen in Köln, die sich für die Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele einsetzen, zu schaffen. Die Gründung des Netzwerkes hat OB Jürgen Roters als Zeichen dafür gewertet, dass „wir über unseren Tellerrand hinaussehen, ein Zeichen dafür, dass wir sensibel sind für unsere Mitmenschen auch in anderen Regionen der Erde, ein Zeichen dafür, dass Köln aktiv mitarbeiten will an einer gerechteren und lebenswerten Welt“. Tatsächlich hat das noch junge Netzwerk in relativ kurzer Zeit den Dialog maßgeblich gefördert und viele Erfolge verbuchen können, wie z.B. die Auszeichnung der Stadt Köln zur Fair-Trade-Town oder die große Veranstaltung zum UN-Gipfel Rio+20 im Rahmen der Städtepartnerschaft Rio de Janeiro – Köln.

Diese wertvolle Entwicklung für die Kölner Eine-Welt-Szene muss im Interesse der gesamten Kölner Bevölkerung weitergeführt und weiterfinanziert werden. Der OB hat es bereits auf den Punkt gebracht:

„Durch den Blick auf globale Zusammenhänge und interkulturelle Erfahrungen erwerben Kölnerinnen und Kölner Toleranz, Weltoffenheit und weitere Schlüsselqualifikationen, die in einer internationalen Stadt wie Köln unerlässlich sind. Dies ist zugleich eine gute Vorbeugung gegen Rechtsextremismus“.

Die im Haushaltsplanentwurf 2013/2014 vorgesehenen Einsparungen für die Eine-Welt-Arbeit sind erst recht in Zeiten der so genannten Bürgerbewegung Pro Köln nicht zu vertreten und werden einer Stadt wie Köln und ihrer Verantwortung für die weltweiten Entwicklungen (Klimawandel, Migration etc.) nicht gerecht. Vielmehr, so unsere These, sind die oben dargelegten Sparvorschläge die kommunalpolitische Verabschiedung in ein provinzielles Gestern.

In Zeiten knapper Kassen ist es klar, dass auch die entwicklungspolitische Arbeit in Köln Einsparungen hinnehmen muss. Selbst eine Kürzung auf etwa 50% des bisherigen Budgets würde von den Akteuren durch vermehrte Anstrengungen sicher aufgefangen werden können. Eine komplette Streichung allerdings wäre, auch im Hinblick auf die bereits investierten Mittel, absolut unverhältnismäßig und käme einer Misswirtschaft gleich. Von der Signalwirkung ganz zu schweigen.

Auch in Zeiten finanzieller Schwierigkeiten gilt also:

Köln muss weiterhin globale Verantwortung übernehmen!

Ein Plädoyer von

Christian Nehls

Koordination für entwicklungspolitische Bildungsarbeit
Region Köln/Bonn

Allerweltshaus e.V.
Körnerstr. 77-79
50823 Köln

Tel: + 49 221 9499476
Mail: eineweltarbeit@allerweltshaus.de

www.allerweltshaus.de
www.koelnglobal.de
www.eine-welt-netz-nrw.de

  • Sparvorschlag
  • Gesamt Köln

Kommentare

Globale Verantwortung

Wir leben immer noch in einem der wohlhabendsten Länder der Welt. Solange es Menschen gibt, die verhungern, ist es unwürdig, hier zu sparen.

leider

liest man erst am Ende, dass es um die Förderung des Allerweltshaus e.V. geht.

Antwort an Querdenker

Es geht ganz und gar nicht um die Förderung des Allerweltshaus e.V.!
Hier nur einige Vereine und Initiativen, die mit Hilfe der so genannten MDG-Mittel in der Vergangenheit entwicklungspolit. Projekte durchgeführt haben:

Flower Label Program e.v.
Kaiserin Theophanu Schule
Freunde und Förderer des Berufskolleg Ehrenfeld
Filminitiativ Köln e.V.
Köln Agenda e.V.
Köln kickt /rheinflanke
Städtepartnerschaftsverein Köln-Corinto/El Realejo
Transfair e.V.
Allerweltskino e.V.
Ost-Westlicher Diwan e.V.
Helft Tunesien e.V.
Ethiopian German Forum e.V.
etc.

zustimmung

kann christian nur zustimmen - die mittel sind eine wichtige und unbürokratische hilfe für die "global" Szene in der Stadt, grade auch über das allerweltshaus hinaus...

Lieber querdenker

hier geht es nicht um Fördermittel für vereinzelte Institutionen. Wie im Plädoyer ausgeführt handelt es sich um den Bereich der Entwicklungspolitischen Bildung (und somit auch den des Globalen Lernens). Die Lage der Welt geht alle Menschen, geht UNS ALLE an. Und betrifft uns auch alle. Es ist immens wichtig in einer - nicht nur ökonomisch - globalisierten Welt auf Wirkungszusammenhänge aufmerksam zu machen, die nicht nur eine Ungleichverteilung von Ressourcen ideeller und materieller Art, sondern darüber hinaus auch Gewalt Krieg und Terrorismus zeitigen, aufmerksam zu machen. Dies ermöglicht es, die Menschen zu sensibilisieren, unser aller Horizonte zu erweitern!

globale Verantwortung

Ich unterstütze die Forderung!

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Global denken, lokal handeln!

Kommune muss Verantwortung übernehmen

Immer wieder wird auf das ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger gebaut. Dies ist jedoch in Anbetracht der Verhältnismäßigkeit zum Engagement der Kommune nicht gerechtfertigt. Wann übernimmt die Stadt Köln endlich die Verantwortung, die eine deutsche Großstadt in unserer globalisierten Welt als Selbstverständlichkeit betrachten sollte?

Globale Verantwortung

Wer den sehr richtigen und gut formulierten Vorschlag unterstützt, sollte vielleicht auch schnell noch den Verwaltungsvorschlag zur Reduzierung der interkulturellen Arbeit ablehnen
https://buergerhaushalt.stadt-koeln.de/2013/verwaltungsvorschlaege/V26

Kann mann diesen Vorschlag

Kann mann diesen Vorschlag auch mal kurz und bündig formulieren.

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