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Vorschlag 262 von FrauenForum KölnAgenda, 20. November - 20:44

Beratung für Flüchtlingsfrauen schon in den Heimen

Die Frauen unter den Flüchtlingen haben oft Beratungsbedarf, der sich an spezialisierte und in dieser Hinsicht erfahrene Fachfrauen richtet. Sie beraten in vielen Sprachen und ziehen auch Dolmetscherinnen hinzu. Damit schnell geholfen werden kann, schlagen das FrauenForum KölnAgenda und agisra e.V. vor, solche Sprechstunden direkt in den Kölner Flüchtlingsheimen einzurichten.

  • Ausgabevorschlag
  • Bezirksübergreifend

Kommentare

Beratung für Flüchtlingsfrauen schon in den Heimen....

es gab schon einige sexuelle Übergriffe in den Heimen....
die Einrichtung vor Ort von fachgerechter Beratung der Flüchtlingsfrauen ist eine direkte Maßnahme, die ohne viel Aufwand gute Arbeit und Ergebnisse zeitigen wird. Und es muss gesagt werden, wir haben eine Informations-und Hilfepflicht besonders den Frauen gegenüber, die oft alleine mit ihren Kindern hier bei uns sind und viel Leid erlebt haben und meistens stark traumatisieert sind. Helfen wir ihnen so weit wir möglich!

Beratung für Flüchtlingsfrauen

Wer es ernst meint mit dem Willkommen für die Flüchtlinge in Köln, sollte die besondere Situation der Frauen berücksichtigen. Viele von ihnen waren während der Kriegshandlungen und auf der Flucht sexualisierter Gewalt ausgesetzt und sind physisch und psychisch traumatisiert. Gerade die Frauen tragen aber meist die Hauptverantwortung dafür, dass es den Familien gelingt, ein geregeltes Leben zu organisieren und in unserer Stadt Fuß zu fassen. Ich halte es für selbstverständlich, dass man sie dabei möglichst frühzeitig unterstützt. Im Übrigen liegt es auch im Interesse der einzelnen Veedel und Nachbarschaften, dass es den Flüchtlingen hier gut geht.

Ich unterstütze den Vorschlag

Ich unterstütze den Vorschlag, da Flüchtlingsfrauen oft traumatisiert sind und schnelle und unbürokratische Hilfe benötigen.

Beratung für Flüchtlingsfrauen schon in den Heimen

Flüchtlingsfrauen haben einen speziellen Beratungsbedarf und ein Anrecht auf Schutz und Unterstützung bei sexueller Belästigung und Gewalt! Für eine gesonderte, geschützte Unterbringung alleinreisender Frauen und ihrer Kinder!

Die Lage der Flüchtlingsfrauen in Köln

Pressemitteilung zur Lage der Flüchtlingsfrauen in Köln
anlässlich des 25.11.2014 „Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“

„Die Situation in den Flüchtlingsunterkünften fördert Gewalt an Frauen. Dies ist nicht
zu akzeptieren!“, sagt Frau Shewa Sium von agisra e.V. (Informations- und
Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen)

Zur Zeit unterstützt agisra e.V. einige Frauen, die in den Flüchtlingswohnheimen in Köln
sexuelle Übergriffe erlebt haben. Die Sammelunterbringung in Heimen von vielen
unterschiedlichen Menschen mit Flucht- und mehrheitlich Gewalterfahrungen und die
Bedingungen vor Ort führen zu Stress, Depressionen und Krankheiten.
Besonders Frauen, die Menschenrechtsverletzungen, vor allem sexualisierte Gewalt, im
Herkunftsland oder auf der Flucht erlebt haben, haben häufig Ängste, die mit der erlebten Gewalt in Zusammenhang stehen. Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit, verminderte
Belastbarkeit und Erschöpfung sind häufige Symptome, die verstärkt werden, wenn die
Frauen extremem Stress ausgesetzt sind und sich selbst in ihrem Zimmer nicht sicher fühlen können.
Shewa Sium: „Immer wieder berichten uns Klientinnen, besonders Frauen die allein reisend sind, dass sie selbst und ihre Kinder abends und nachts die Toiletten, die auf den allgemeinen Fluren liegen, nicht aufsuchen, weil sie Angst vor Übergriffen und sexuellen
Belästigungen haben. Die Wasch- und Toilettenräume sind zwar getrennt für Männer und
Frauen. Es sind jedoch nur die Kabinen abschließbar, die Räume nicht, sodass viele Frauen
nicht das Gefühl von Privatsphäre haben. Zudem berichteten sie uns z.B. über Löcher in den Wänden der Duschkabinen.“

Wir fordern von der Stadt Köln dringend andere Unterbringungsmöglichkeiten um
diesen Frauen und ihren Kindern Schutz vor Gewalt zu gewährleisten!

Eine-Welt-Stadt Köln muss handeln!

Die Situation gerade für Frauen (und ihre Kinder) in einigen Kölner Flüchtlingsheimen ist unerträglich und trägt häufig zur Retraumatisierung der Betroffenen bei, die schrecklichste Erfahrungen hinter sich haben und dringend ein sicheres Umfeld und Begleitung benötigen. Die Stadt Köln als „Eine-Welt-Stadt“ MUSS dies gewährleisten. [Hier wurden personenbezogene Daten durch die Moderation entfernt] Gründerin von medica mondiale Köln, Trägerin des Alternativen Nobelpreises 2008, Botschafterin Eine-Welt-Stadt Köln

Flüchtlingsfrauen in Heimen Beratung bieten, Männern auch ...

Ja, der Vorschlag ist sehr gut und wichtig, Beratung für Flüchtlingsfrauen schon in den Heimen anzubieten. Dafür sollte sich eine flüchtlingsgerechte Einwanderungs-Kommune einsetzen. Zukünftig sollte es aber neben allgemeiner oder Frauenberatung auch männerspezifische Ansätze geben [hier wurden personenbezogene Daten von der Moderation entfernt].

Ja, da gebe ich Ihnen recht

Es kann nicht sein, dass die Frauen zwar vor den Männern abgeschirmt, die Männer selber aber nicht einmal angesprochen werden. Auch im Zeitalter von Frauenrechten als Menschenrechten blieb sexualisierte Gewalt ein Trumpf im Arsenal des Kriegshandwerks, und vielen jungen Männern fehlt im beengten Alltag der Heime das Bewusstsein für Selbstbestimmung und Unversehrtheit von Frauen und Kindern.

Aber wie machen? Das derzeitige Gezänk um die Frauenquote zeigt, dass auch wir von der anvisierten Gleichheit der Geschlechter noch weit entfernt sind. Ist sozialpädagogische Arbeit mit Vätern, wie Herr Tunc sie praktiziert, ein gangbarer Weg? Gibt es irgendwo Konzepte, die über die Notfallhilfe für Flüchtlingsfrauen hinausgehen und eine Langfristperspektive für alle entwickeln? Wir sollten in aller Öffentlichkeit darüber diskutieren.

'ein Stückchen Heimat'

In einer Kölner Zeitung gab es heute einen schönen Text über das Engagement von vielen KölnerInnen, unsere Stadt für die Flüchtlinge zu einem ‚kleinen Stückchen Heimat‘ werden zu lassen. Es möge gelingen.

Wäre es aber nicht angebracht, auch den Frauen Deutschkurse anzubieten, statt sie ausschließlich bei Behördengängen und Kinderbetreuung zu unterstützen? Haben sie eine Zukunft, die ihnen Selbstbestimmung und Eigenständigkeit erlaubt? Frauen erzielen nicht nur bei uns, sondern auch in ihren Herkunftsländern die besseren Lernergebnisse, wenn ihnen die Zugänge zu Bildung (und Ausbildung) ebenso offenstehen wie den Männern.

Ich unterstütze auch einen

Ich unterstütze auch einen allgemenien Ausbau der traumaspezifischen Angebote für alle Flüchtlinge: niedrigschwellig, vor Ort, professionell, ggf. mit passenden und ausgebildeten Dolmetschern, für Einzelne, Familien und Gruppen, für Frauen, Männer und Kinder! Ich freue mich, wenn Köln in dem Bereich auch vorbildhaft für andere Kommunen voran geht und die Angebote stark ausbaut!

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