374
Vorschlag 374 von MentalistCGN, 24. November - 15:57

Bürgerticket für die KVB

Um den ÖPNV in der Stadt attraktiver zu machen und den Stadtverkehr zu entlasten, sollte ein »Bürgerticket« eingeführt werden.
Jeder Bürger zahlt z.B. 20€/Monat (10€ für Kinder und Jugendliche) und kann dafür kostenlos die KVB nutzen.
Laut Geschäftsbericht hat die KVB 2013 Umsatzerlöse in Höhe von 240,1 Mio. Euro erwirtschaftet. Das »Bürgerticket« brächte alleine 225 Mio. Euro pro Jahr.
Zu diesen Einnahmen addierten sich die Erlöse aus regulären Tickets von Nicht-Kölner und Touristen.
2012 hatte Köln alleine 120 Millionen Tagestouristen zu verzeichnen. Wenn nur ein Viertel davon eine Hin- und Rückfahrt löst, wären das bei der Preisstufe 1b weitere 168 Mio. Euro. Zusammen also schon mal 393 Mio. Euro, was einem Umsatzplus von 63,7% entspräche.
Und hier sind die Tickets für Nicht-Kölner/Pendler noch nicht mitberechnet.

Der Geschäftsbericht von 2013 weist aus, dass die KVB 86,9 Mio. Euro Verlust gemacht hat. Zieht man diesen Verlust nun von den obigen Erlösen ab, so verbleibt ein Plus von 66 Millionen Euro.

Durch diese Maßnahme würde der innerstädtische Nahverkehr attraktiver werden, was auch denen zugutekommt, die nicht auf die KVB umsteigen können, da der Verkehr entlastet wird und sie schneller von A nach B kommen. Auch die Abnutzung der Straßen und die daraus resultierenden Reparaturmaßnahmen würden sich reduzieren.
Zudem würde sich durch weniger Verkehr in der Stadt die Lebensqualität aller Kölner/innen heben (weniger Luftverschmutzung, Lärmpegel etc.)

Da dieses »Ticket« von der Meldeadresse abhängt, müssen auch keine gesonderten Tickets gedruckt und verschickt werden, da der Personalausweis genügt.

  • Sparvorschlag
  • Bezirksübergreifend

Kommentare

Ausnahmen

Da haben wir es schon wieder. Erst heißt es, dass alle zahlen sollen. Fragt man nach: Natürlich muss es Einkommensgrenzen geben. Mit anderen Worten, nur noch die Vermögenden sollen zahlen. Damit ist das Bürgerticket umso mehr abzulehnen. Eine Umverteilung von reich nach arm wird schon über Steuern und Gebühren (z. B. für Kindertagesstätten, Schwimmbäder) etc. erreicht. Dazu bedarf es nicht noch eines Bürgertickets, bei dem nachher wohl auch nur noch 50% der Einwohner zahlen müssen.
Damit wird auch Ihre gesamte Rechnung ad absurdum geführt, weil sämtliche Zahlen nicht mehr korrekt sind.
Das Thema mit den Steuern hatten Sie selbst angeführt: "Dass alle Steuerzahler - gleich ob sie nun Auto fahren oder nicht - den Ausbau und Instandhaltung der Straßen mitfinanzieren, ist ja auch kein Problem." Meine Antwort war darauf, dass Autofahrer bei weitem mehr Steuern zahlen als für Straßenbau und -unterhaltung ausgegeben werden und somit rein rechnerisch Fußgänger und Fahrradfahrer nichts zum Bau beitragen. Mit anderen Worten: Fährt keiner mehr Auto, müssen Fußgänger, Radfahrer und ÖPNV-Nutzer deutlich mehr zahlen!
Der Vergleich mit den Abfallgebühren hinkt ein wenig, da jeder Bürger Müll produziert, aber bei weitem nicht jeder den ÖPNV nutzen kann. Damit ist ein Bürgerticket ungerecht und soll nur der Umverteilung von arm nach reich dienen.
Daher mein Fazit: Das Bürgerticket ist abzulehnen.

"Pech gehabt" ist, glaube ich

"Pech gehabt" ist, glaube ich, kein juristisches Argument.

Studie

Hier ein Beispiel einer solchen Studie:
http://www.wirtschaftsdienst.eu/downloads/getfile.php?id=990

Mut zur Veränderung

Ich finde den Vorschlag gut, auch besonders weil es nicht um ein kostenloses Ticket für alle geht. Damit bleibt die Leistung der KVB auch honoriert und wertgeschätzt. Auf der anderen Seite bleiben wir Kölner dadurch auch Kunden der KVB und sind keine Bittsteller die eh nix zahlen. Ob sich dieses Verfahren rechnet? .. keine Ahnung.., aber das aktuelle Abrechnungsverfahren mit komplizierten Tarifen rechnet sich ja offenbar auch nicht. Also warum nicht einfach mal was anders machen.

Sozial ungerecht

Ein Bürgerticket ist sozial ungerecht, da auch Menschen zahlen müssen, die den ÖPNV gar nicht nutzen können, z. B. Pflegebedürftige, Kranke etc.

Stimmt so nicht

Jeder von uns zahlt Steuern für Straßen, die er nie benutzt; subventioniert Theater, die er nie besucht usw. usw.
Es geht hier um Solidarität. Diejenigen, die jetzt den ÖPNV benutzen und kein Auto fahren, finanzieren den Ausbau und die Reparatur der Straßen ja auch durch ihre Steuern mit.

ÖPNV

1. Auch der ÖPNV nutzt Straßen.
2. Fußgänger und Fahrradfahrer nutzen ebenfalls Straßen.
3. Zahlen Autofahrer insgesamt mehr Kraftfahrzeug- und Mineralölsteuer als für den Straßenbau ausgegeben wird.
4. Ging es nicht darum, ob jemand etwas nutzt, sondern nutzen kann.

Zwänge ohne Ende

Genau, diskriminiert die Radfahrer, die Bus und Bahn nicht brauchen.
Lasst mir mein Geld, ich will selbst entscheiden, wofür ich es ausgebe.

Dürfte rechtlich auch zulässig sein!

Bei GEZ und Müllabfuhr geht es doch auch!

Unwahrscheinlich

Dies halte ich für unwahrscheinlich. Die Müllabfuhr wird nur von Nutzern bezahlt. Das jeder Privathaushalt zahlen muss liegt nun einmal daran, dass auch jeder Haushalt Müll produziert - wenn auch in unterschiedlichen Mengen.
Bei der GEZ - heute ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice - verhält es sich anders. Hier möchten wir einen unabhängigen Rundfunk. Daher soll jeder Haushalt unabhängig von der Nutzung der öffentlich-rechtlichen Programme zahlen. Dies halte ich für durchaus sinnvoll.

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