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Vorschlag 138 von pdiederi, 11. Oktober - 21:48

Dreifachtraktionen Stadtbahn

Wie bereits im letzten Jahr, möchte ich den Vorschlag einbringen, das komplette KVB-Netz für den Stadtbahnbetrieb mit Dreifachtraktionen
zu ertüchtigen. Trotz der sehr hohen Kosten dieses Vorschlags, erachte ich eine Umsetzung als dringend notwendig, gar überfällig.
Eine Ertüchtigung des Netzes ist auf Dauer sicher günstiger als der wirtschaftliche Schaden, der durch die mangelnde Infrastruktur entsteht.
Schließlich ist das Netz völlig überlastet und kann die Nachfrage nicht mehr decken. Wenn selbst das kleinere Frakfurt schon Vierfachzüge einsetzt,
wird deutlich wie unterdimensioniert das Kölner System ist.
Trotz der rapide steigende Einwohnerzahl sowie der wachsenden Bedeutung des Nahverkehrs wird das Netz als Folge nicht weiter wachsen können,
dafür aber die Zahl der Autofahrer. Hier kann man sich nicht nur auf das Fahrrad als Universallösung verlassen.
Da eine höhere Taktung schon nicht mehr möglich ist, bleibt keine andere Wahl als der Einsatz längerer Züge.
Die Stadt muss sich, wo nötig, für den Einsatz von Langzügen um Sondergenehmigungen bemühen aber auch die Beschaffung von 75 Meter Zügen
könnte eine temporäre Lösung sein. Auch muss man die Haltestellen verlängern bzw. sich beim Neubau direkt für 90 besser aber 110 Meter entscheiden,
schließlich plant man dem Bedarf so kontinuierlich hinterher, dass heute schon die Vierfrachtraktion diskutiert werden müsste.
Auch diese wäre schnell ausgelastet, man muss nur das Angebot schaffen.
Vor allem trifft dies auf die Ost-West-Achse zu, deren Ertüchtigung Jahrzente zu spät kommt.
Hier würde die Dreifachtraktion gerade einmal die Überfüllung sowie den Wegfall der Verstärkungsfahrten ausgleichen. Hier heißt es Vierfachtraktion oder vier Gleise.
Durch die langen Vorlaufzeiten solcher Projekte, muss für die anderen Linien jetzt bereits mit der Planung begonnen werden, um den Fehler der Ost-West-Achse nicht zu wiederholen.
Es kann nicht sein, dass man im VRS versucht der Überlastung durch höhere Auflagen bei Tickets Herr zu werden. Dies verlagert die Probleme nur.
Ich hoffe das die Dimension dieses Vorschlags und seine Bedeutung für die Stadt als Ganzes erkannt und baldmöglichst auch adressiert wird.

  • Ausgabevorschlag
  • Bezirksübergreifend
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Kommentare

Unmöglichkeit

Der Vorschlag hat seinen Reiz. Aber leider ist er unmöglich umzusetzen. Man kann vielleicht für einzelne Streckenabschnitte eine Ausnahmegenehmigung für Züge von 84 oder gar 90 m erhalten. Aber kaum für das gesamte Netz. Der Gesetzgeber hatte sich bei der Beschränkung der Länge ja etwas gedacht. Durch eine Genehmigung auf allen Linien mit Zügen über 75 m zu fahren, wird aus einer Ausnahme ein Regelfall und dies sah der Gesetzgeber mit Sicherheit nicht so vor. Dann könnte man das Gesetz auch aufheben.

Zudem ist ein Nahverkehr dann besonders attrakiv, wenn die Züge häufig verkehren. Je höher die Taktung, desto mehr Umsteiger gibt es. Denn der Mensch wartet nicht gerne. Daher sollte der 5-Minutentakt der Standard werden - wo nötig (Stadtbahnlinie 1) eben auch ein 3-Minutentakt.

Auf den meisten Stammstrecken ist dies ja bereits heute umgesetzt (Stadtbahnlinien 1, 3 und 4, 12 und 15 sowie 18). Derzeit gibt es einen Engpass auf dem Abschnitt Deutz - Neumarkt. Hier werden für drei Linien eben vier Gleise benötigt.

Natürlich habe ich nichts

Natürlich habe ich nichts gegen eine hohe Taktung - allerdings kann ich mir nicht vorstellen, wie diese während des Berufsverkehrs im U-Bahntunnel Kalk/Deutz gelingen soll. Da fahren die Linien 1 und 9 schon quasi im 3-Minuten-Takt (3 Züge in 10 Minuten, jedenfalls lt. Fahrplan). Außerhalb dieser Zeiten ist allerdings noch deutlich "Luft nach oben".

Kalker Tunnel

Der Kalker Tunnel schafft durchaus einen 2-Minutentakt, mithin also 30 Züge pro Stunde und Richtung. Die Linie 9 wird in Kalk höhenfrei in den Tunnel eingefädelt. Selbst im Innenstadttunnel wird der 2-Minutentakt derzeit gefahren, obwohl hier sowohl an der Poststraße als auch am Appellhofplatz die Linien 3 und 4 höhengleich ein- und wieder ausgefädelt werden.

Das Problem auf der Ost-West-Achse, die das höhengleiche einfädeln der Linie 7 in Deutz und der Linie 9 an der Neumarktostseite. Aus genau diesem Grunde habe ich hier den Vorschlag 96 eingestellt. Nur durch eine Viergleisigkeit zwischen Deutz und Neumarkt lässt sich das Problem wirklich dauerhaft lösen. Denn die Linie 1 benötigt einen 3/3/4-Minutentakt und die Linien 7 und 9 einen 5-Minutentakt. Es müssen also 42 Züge pro Stunde (85-Sekundentakt) und Richtung zwischen Deutz und Neumarkt fahren. Das ist auf zwei Gleisen nicht möglich! Die U-Bahn mit der höchsten Taktung hat Moskau. Hier fahren die Züge alle 90 Sekunden. Allerdings jede Linie auf eigenem Gleis. Mehr ist auch dort nicht möglich.

Rausgeschmissenes Geld

Eine deutliche häufigere Taktung und ein gut bzw. besser ausgebautes Netz (wie der ausbau der Linie 1) mit mehr und reibungsloseren Anbindungen und kurzen Wartezeiten erhöht die Attraktivität. Ebenso eine Verkürzung der Fahrzeit die natürlich kaum zu erreichen ist, wenn die Bahnen sich mit Autofahrern die Straße teilen müssen was noch dazu ein nicht unerhebliches Unfallrisiko darstellt!

Daher: Häufigere Fahrten, schnellere Bahnen und ein besser ausgebautes Netz wären die Lösung!

Schnellere Fahrzeuge

Schnellere Fahrzeuge bringen auf den meisten Streckenabschnitten keinen Mehrwert. Zum Einen ist bei Geschwindigkeiten über 70 Kilometern in der Stunde eine Zugsicherung vorgeschrieben, zum anderen ist der Haltestellenabstand meist so klein, dass eine höhere Endgeschwindigkeit als Tempo 70 nicht erreicht werden kann. Dazu kommt, dass auf Abschnitten mit dem Autoverkehr, die Geschwindigkeit nicht höher sein kann als auf der Straße.

besser: höhere Taktung

In Städten, wo der ÖPNV gut funktioniert, fahren die Bahnen als einzelne Züge mit hoher Taktung. Bei der KVB soll immer nur gespart werden, und das jetzt mit 3-fach-Zügen

Taktung

Ich stimme Ihnen zu. Je höher die Taktung desto attraktiver der ÖPNV. Nur durch eine hohe Taktung erreicht man es, den Autoverkehr zu reduzieren. Der Mensch wartet eben nicht gerne. Wenn ich aber weiß, dass eine Linie alle 3 oder maximal 5 Minuten fährt, liegt der Erwartungswert bei 1,5 bzw. 2,5 Minuten. Da braucht man nicht mehr darüber nachdenken, ob man das Auto nutzt.

Dreifachtraktion Stadtbahn

Die Gesamtkosten sind zu hoch. Es muß eine neue Rheinquerung geschaffen werden, sonst wird das Problem nicht gelöst.

Rheinquerung

Ich stimme Ihnen zu, dass wir eine weitere Rheinquerung brauchen. Daher mein Vorschlag 96 zur Untertunnelung des Rheins.