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Vorschlag 718 von GutesWohnen, 28. Oktober - 16:08

Förderprogramm für Wohnprojekte

In Köln brauchen wir dringend Konzepte, wie wir mit dem demografischen Wandel, dem Auseinanderdriften von Arm und Reich, den schwindenden Ressourcen und den vielfältigen Integrationsaufgaben (Geflüchtete, Menschen mit Behinderungen etc.) umgehen können. Auch die Frage, ob die Stadt Köln die zentralen Stadtteile weiterhin Immobilienspekulation, Hotelgewerbe und leerstehenden Bürogebäuden überlassen und damit kulturell und sozial immer weiter veröden lassen will, brennt vielen KölnerInnen auf den Nägeln.
Gleichzeitig gibt es in Köln eine aktive Szene von Mehrgenerationen-Wohnprojekten, in denen sich Menschen jeglicher Altersstufe zusammenfinden, um neue Wohnformen zu gestalten. Vielen von ihnen haben eine stark soziale Ausrichtung - sei es ressourcensparendes Leben durch Verzicht auf große Wohnungen zugunsten von Gemeinschaftsfläche, Integration von Geflüchteten, barrierefreier Wohnraum, Aktivitäten für das umliegende Stadtviertel (Food-Coop, kulturelle Veranstaltungen), lebenslanges Wohnen mit Pflege-WGs oder Kooperation mit Investoren für den Bau von Sozialwohnungen.
Die Stadt Köln sollte bei der städtischen Entwicklung nicht allein auf Investoren setzen, sondern Wohnprojekte einbeziehen und fördern. Im Gegenzug stehen Wohnprojekte für ein überprüfbares gesellschaftliches Engagement. Dies sollte auch tatsächlich überprüft werden! Stadtentwicklung muss auch hier mit Evaluation einhergehen und mit dem Mut, Fehler zu erkennen und daraus zu lernen.
Wohnprojekte bieten bürgerschaftliches Engagement zum Wohle der Stadt, welches der sozialen Spaltung nachhaltig entgegenwirken und unsere Stadt liebens- und lebenswert erhalten kann!
Dieses Engagement sollte von der Stadt gezielt mit einem Förderprogramm unterstützt werden.

  • Ausgabevorschlag
  • Bezirksübergreifend

Kommentare

Richtig !

Investoren bauen nur dort Wohnungen ,wo eine hohe Rendite zu erzielen ist. Das hat zur Folge , dass Mieten entsprechend hoch sind und von Normalverdienern nicht mehr gezahlt werden können .Das wiederum führt zu Verdrängungseffekten in Wohnvierteln.

Nachhaltiges Bauen und Wohnen

Danke für den Kommentar. Ich sehe das auch so. Gemeinschaftlich und/oder genossenschaftlich ausgerichtete Projekte können solcher Spekulation entgegenwirken. Denn ihnen geht es nicht um Gewinnmaximierung, sondern um nachhaltige Modelle des Zusammenlebens. Da es sich bei den Beteiligten um NormalverdienerInnen handelt, können sie natürlich finanziell mit Hedgefonds etc. nicht mithalten.
Ein Beispiel: Bei mir um die Ecke am Sudermanplatz ist letztes Jahr der letzte Altbau saniert und die Wohnungen ab 5500 Euro/qm verkauft worden. Das können sich nur sehr reiche Menschen leisten.

Konzeptvergabe

Die Stadt verkauft lieber an Investoren, weil sie den Machern von Wohnprojekten nichts zutraut.

Mehr Wohnungen

Mit einem Förderprogramm für Wohnprojekte würden mehr Wohnungen entstehen, die in Köln so dringend gebraucht werden.

Wohnungen für alle

Danke. Genau - denn gemeinschaftliche Wohnprojekte können mit kreativen Ideen auch an ungewöhnlichen Stellen etwas bewirken. Die Umwidmung von Bürogebäuden in Wohnraum ist ein Beispiel, durch das zusätzliche Wohnungen entstehen.

Wem gehört der Stadtraum?

Ich wünsche mir einen sozialen Stadtraum, wo "Wohnen" nicht erst hinter der Haustür beginnt. Wir leben zusammen in einer wunderbaren Stadt - eine bunte Landschaft von Wohnprojekten, die ein lebendiges Veedel für alle zum Ziel haben, sollte dringend stärker unterstützt werden.

Uns allen!

Das ist eine zentrale Frage: Gehört der Stadtraum den Immobilienfonds und den reichen Erben und Erbinnen? Wie sieht unsere Stadt aus, wenn sie nur noch Zahnärztinnen und Rechtsanwälten in hochpreisigen Eigenstumswohnungen bewohnt wird?
Wohnprojekte können den Stadtraum beleben, indem sie durch offene Angbote ins Viertel hineinwirken. Deshalb sollte die Förderung seitens der Stadt sich an Projekte richten, die eine gemeinschaftliche und offene Ausrichtung haben.

Kölner Mut

Köln hat zwar jetzt ein Konzeptvergabeverfahren für eigene Grundstücke, macht davon aber nur sehr verhalten Gebrauch.
Andere Städte sind da viel weiter.
Und: es wurden und werden in vielen anderen Städten (Düsseldorf, Bonn, um nur die Nachbarn zu nennen) Anlaufstellen geschaffen oder finanziell unterstützt, die den Wohnprojekten mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Das ist nicht allein durch ehrenamtliche Tätigkeit zu schaffen.

Und wer was tun möchte, der findet auch eine Möglichkeit

Ja, ein Förderprogramm wäre von Nöten aber noch viel mehr und daher kann man sich außer bei dieser Eingabe auch bei www.stadtraum5und4 engagieren.

Stadtentwicklung mit Gemeinsinn

Konzeptvergabe und Förderung für gemeinschaftsorientierte Wohnprojekte z.B. durch Erbpachtverträge oder günstige Abgabe leerstehende Bürogebäude, werden Köln in seinen Veedeln liebenswert erhalten.

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